Ohr aufs Herz – Vitien entdecken und behandeln

Rosa Bartel - Donnerstag, 4.3.2021

Podcast: Ein Gespräch mit dem Vorsitzenden der Initiative Herzklappe e.V. Dr. Behrouz Kherad.

Jede:r achte über 75-Jährige in Deutschland hat es an den Klappen – und es werden immer mehr. Unbehandelt führen manche Vitien bei knapp der Hälfte der Betroffenen innerhalb von 2 Jahren nach Symptombeginn zum Tod. Deshalb ist das frühzeitige Erkennen und die zeitnahe Behandlung besonders wichtig.

In den vergangenen Jahren hat sich das Therapiespektrum von Herzklappenerkrankungen bedeutend erweitert. Seit 2008 gibt es für inoperable Hochrisiko- und ältere Patient:innen mit Aortenklappenstenosen in Deutschland eine schonende Alternative zur Herzchirurgie: die kathetergestützte perkutane Aortenklappenimplantation, kurz TAVI (Transcatheter aortic Valve Implantation). Davor konnten die Patient:innen nur symptomatisch behandelt werden. Die TAVI ist also ein großer Gewinn für viele Patient:innen – allein 2018 wurden in Deutschland fast 21.000 TAVIs durchgeführt.

Ob der Herzklappenersatz kardiochirurgisch oder perkutan erfolgt, ist dem interventionellen Kardiologen Dr. Behrouz Kherad aus Berlin persönlich egal. Für ihn gilt es, möglichst viele Patient:innen zu behandeln: “Der medizinische Fortschritt hat etwas Grandioses geleistet! Wir haben hier eine Erkrankung, die sehr häufig auftritt und die eine Prognose hat wie ein schlimmer Bauchspeicheldrüsenkrebs. Der Unterschied: Wir haben eine Therapie!” Aus diesem Grund setzt sich die Initiative Herzklappe e.V. für reguläre Untersuchungen der Herzklappenfunktion bei über 65-jährigen ein, mit dem Ziel, Vitien möglichst früh zu erkennen.

Im Podcast beantwortet Dr. Kherad Fragen zu Herzklappenerkrankungen und Aortenklappenstenosen: Wann ist der richtige Zeitpunkt für eine TAVI? Mit welchen Komplikationen ist auch heute noch zu rechnen? Und wie gestaltet sich die Nachsorge? 

 

Weitere Informationen zur Podcast-Folge und relevanten AMBOSS-Inhalten:  Herzklappenerkrankungen, Aortenklappenstenose